Direct Raption

Direct RaptionDirect Raption war das erste Projekt, bei dem ich mich in der klassischen Rolle als Rapper wiederfand. Gemeinsam mit Mephisto schrieb ich ab Sommer 05 ein paar Lieder, nahm sie im Dezember bei Tinnitus Music auf und die gefielen dann ein paar Leuten, weil sie irgendiwe darauf gewartet haben, dass sich mal ein paar Rapper politisch äussern, die nicht Wirtschaft im zweiundvierzigsten Semester studieren und Soziologie als Nebenfach belegen.

Irgend jemensch hat mal auf Wikipedia einen Eintrag über uns gemacht, der umgehend gelöscht wurde, weil wir zu wenig Relevanz haben.

Wikipedia misst die Relevanz von MusikerInnen anhand der verkauften Platten. Wir haben lediglich 500 CDs zum Selbstkostenpreis verkauft.

Dies innert zwei Monaten, ohne Label, ohne Online-Shop, ohne Läden...

Seither wurde unser Album alleine auf www.jamendo.com über 35'000 mal angehört. Und an den Reaktionen vieler Leute merken wir, dass unsere Musik für sie ganz persönlich, eine enorme Relevanz hat. Für dem Musikmarkt aber, da geben wir Wikipedia Recht und sind auch sehr froh darum, sind wir absolut irrelevant.

Direct Raption gab mir die Möglichkeit, gemeinsam mit Mephisto und Django, unzählige Erfahrung von unschätzbarem Wert zu sammeln. Wir spielten in praktisch allen grösseren deutschschweizer Städten, aber auch mehrere Male in Frankreich und in Österreich. Wir spielten in besetzten Häusern und Clubs, an Demos und in Jugendhäsuern, vor einem Knast, genau so wie an Orten, wo jeder der grösste Gangster sein will.

Wir kriegten Feedback aus Venezuela, Russland, Spanien, den USA und natürlich aus der Nachbarschaft. Wir traten immer weder mit unseren Freunden von den Tribe Vibez, insbesondere auch mit deren MC Collie Herb, auf und jamten mit verschiedensten Artists aus allen Musiksparten. Neben befreundeten RapperInnen wie Chaoze One (D), Albino (D), Calavera & Collectif Mary Read (F), Drowning Dog (USA) oder Alpino Alpinilla (CH) sind hier aucht Acts wie Two Left Feet (CH, Ska), Atilla The Stockbrocker (UK), Michael von Rotwild (D, Liedermacher) oder Atarassia Gröp (I, Streetpunk) zu nennen. Daneben spielten wir ganze Sets mit Topfchopf , Arapiata oder Alpino Alpinilla. Die absoluten Highlights waren aber zweifellos, unsere Auftritte mit der im Herbst 06 ins Leben gerufenen Impro-Big-Band Wilhelm and the Motherfucking Antixetzler. Zusammen mit Musikern der Reggaebands The Woodleys und Burning Drop, sowie den Tribe Vibez, formierten wir uns zu dieser 10-Köpfigen Bande, die sich mit Geige, Saxophon, Gitarre, Bass, Schlagzeug, Cuts, Rap und Gesang bald als Partygarantie einen Namen machte, auch schon Mal drei Stunden gespielt, jedoch noch kein einziges Mal geprobt hat.

Direct Raption ist und bleibt für mich die Basis für meine Tätigkeit als Rapper und wird immer mein Background sein, selbst wenn wir Jahre lang kein Konzert mehr geben sollten (denn mal ehrlich: wie oft sollen wir denn Scheiss denn noch spielen?). Nach zahlreichen Hochs und Tiefs innert so kurzer Zeit, intensivsten Momenten, Liebe und Streit, sind wir ein eingespieltes Team und so ist es für mich selbstverständlich, immer wieder mit meinen Jungs zusammen zu arbeiten und zu feiern, egal unter welcher Flagge das Endprodukt schlussendlich segelt. Wir befinden uns seit dem Startschuss alle in einem stetigen Wandel und egal wohin der Weg führen wird: Da wird immer ein Quentschen Anarchorapper aus dem Hause Direct Raption in uns stecken. Word!