Aktuell - 28.12.2009 - Fertig 2009

Ich sitze in meinem neuen Zimmer, höre mir ein paar feinste Tracks von Aretha Franklin an - erfreulicher Weise auf richtig dickem 180grämmigem Vinyl verewigt - und finde grad mal wieder ein paar Momente Zeit, um etwas ins Internet hinaus zu blasen. Vielleicht fragt sich die eine oder der andere, wieso ich das nicht öfters tue und ihnen sei gesagt, dass ich mich darin trainiere nur etwas von mir zu geben, wenn ich etwas zu sagen habe. Das ist nicht ganz einfach, vorallem nicht für Rapper, wie es scheint...

Nun denn, zu sagen habe ich jetzt eigentlich auch nichts, ausser dass es mich noch gibt. Vielleicht momentan nicht unbedingt als Oli Second aber zumindest als Oli bin ich noch existent, mache mir meine Gedanken und ziehe meine Schlüsse. Natürlich geht auch an mir die Jahresendstimmung nicht ganz spurlos vorbei und auch wenn ich gegen Festagshysterie nach wie vor ziemlich imun zu sein scheine, hat doch diese Jahreszeit etwas vom ausruhen und zu sich zurück finden. Wenn dann sogar noch etwas Schnee fällt, wie es in Luzern zum Glück noch etwas öfters vorkommt als in anderen Städten der Deutschschweiz, dann merkt man sogar als städtischer Zivilisations-Bürger wie sich die Natur ausruht und spürt nach wenigen Schritten über die Stadtgrenzen hinaus, in Richtung Berge und Wald, wie man es auch selbst nötig und verdient hat, sich etwas zu 'besinnen' und sich die Auseinandersetzung mit sich selbst zu gönnen, sei dies jetzt bezogen auf das Kalenderjahr, die Weltlage oder einfach weil das eigene Bewusstsein ein unermesslicher Schatz ist und eigentlich ununterbrochene Aufmerksamkeit verdient. Und wenn dir das zu abgehoben klingt, dann solltest du dich vielleicht mal fragen, ob Conscious-Rap wirklich dein Ding ist.

Die persönliche Auseinandersetzung mit sich selber ist eine relativ intime Angelegenheit und hat - was meinen Teil angeht - im Internet nichts zu suchen. Die unpersönliche Auseinandersetzung mit dem Geschick der Menschheit, wie es sich 2009 entwickelt und verändert hat, ist ein anderes Paar Schuhe und wird bereits von genügend Fach- und anderen Leuten übernommen. Mein Beitrag hierzu soll also ein bescheidener bleiben:

In der Japanischen Tierwelt gibt es einen Wildhund, was das Aussehen anbelangt dem Waschbären nicht unähnlich, welcher Tanuki genannt wird. Dieser Marderhund ist auf den ersten Blick mit seinen feinen Zügen und den treuherzigen Augen vorallem unglaublich niedlich und löst wohl bei vielen den legendären jööööö-Effekt aus. Auf den zweiten Blick macht ihn aber noch etwas anderes einzigartig und diesem Umstand verdankt er wohl auch seinen Platz in der Japanischen Mythologie. Tanukis haben nämlich überdimensional grosse Hoden.

Was ich mir 2010 für die Menschehit wünschen würde, sind mehr Tanukis. Dabei scheint es mir genau so dringend zu sein, dass die süssen unter uns dickere Eier kriegen, wie dass jene mit den dicken Eiern etwas feiner werden. Oder etwas weniger ordinär: Wenn die feinfühligen unter uns etwas mehr Mut hätten, für ihre Werte einzustehen und die lauten etwas feinfühliger würden, dann kämen wir nächstes Jahr einen verdammt grossen Schritt weiter. Aight?

In diesem Sinne eine besinnliche Zeit

Liebe und Wahnsinn

Oli Second

28.12.2009